Review: Time Rift – Eternal Rock

Release: 13.03.2020

Vermisst ihr Live-Gigs auch so sehr, dass es euch schon fast körperliche Schmerzen bereitet? Gut, rhetorische Frage, ich sehe es ein… Ich fürchte, die folgende Platte, die ich euch präsentiere, wird die Sehnsucht nach überfüllten, nach Bier und Schweiß riechenden Clubs, gefüllt mit zwielichtigen Gestalten, nur noch intensivieren.

Time Rift heißen die „ÜbeltäterInnen“. Das Trio stammt aus Portland, Oregon, und besteht aus Justin Kaye (Gitarre, Gesang), Levi Campbell (Bass) sowie Terrica Jennings (Schlagzeug). Obwohl die Band bereits seit 2014 existiert, handelt es sich bei Eternal Rock um ihr Longplayer-Debüt. Zuvor gab es ein Demo, eine EP – mit Hawkwind-Cover – und eine Single. Inzwischen steht noch eine weitere Single auf der Habenseite, auf welcher die KünstlerInnen ihre Liebe zu Motörhead demonstrieren.

Laut ihrer Bandcamp-Seite spielen Time Rift „Heavy Rock’n’Roll“. Ein passendes Etikett, denn Eternal Rock ist hart genug, um auch Metaller-Herzen höher schlagen zu lassen. Motörhead, anyone? Um meinen obigen Gedanken aufzugreifen: Ich habe die Truppe noch nie live und in Farbe auf der Bühne erlebt, aber ich bin mir sicher, dass sie mit ihren energiegeladenen, hooklastigen Songs die Meute ordentlich zum Kochen bringen kann. Die überaus passend betitelte Platte macht von vorne bis hinten Laune, beinhaltet keinen einzigen Durchhänger und weist mit gut 35 Minuten obendrein die perfekte Länge auf.

In diesem Genre ist es selbstverständlich nahezu unmöglich, das Rad neu zu erfinden. Time Rift punkten nichtsdestotrotz mit einer bemerkenswerten Frische, welche lässige Tracks wie das bereits als Vorabsingle veröffentlichte „Better than Life“ oder den programmatischen Titeltrack mit seinem hymnischen Mitgröl-Chorus auszeichnet. Die Spielfreude der drei US-AmerikanerInnen ist einfach ansteckend – und es ist daher nicht verwunderlich, dass ein geschmackssicherer Künstler wie Cam Mesmer von den überragenden Spell auf der Time RiftInstagram-Seite für deren Shirts wirbt.

Eternal Rock gehört in die Sammlung aller Fans härterer Stromgitarrenmusik, die jungen Bands eine Chance geben und nicht nur die Klassiker auflegen möchten.

Kaufempfehlung!

Eine Gemeinsamkeit mit dessen Band besteht im Anachronismus des Dargebotenen: Eternal Rock ist – im besten Sinne – wie Opulent Decay komplett aus der Zeit gefallen. Der herrlich organische, warme Sound ist eine Wohltat! Eine Nummer wie „Starcrossed“, mit über sechs Minuten der Longtrack, erinnert mich zudem qua Verspieltheit an die seligen Siebziger, als Musik mehrheitlich noch kein Fast Food war.

Kurzum: Eternal Rock gehört in die Sammlung aller Fans härterer Stromgitarrenmusik, die jungen Bands eine Chance geben und nicht nur die Klassiker auflegen möchten. Beim Label Dying Victims gibt es eine herrliche Vinyl-Edition, mit unter anderem Patch und Poster – sowie dem zutreffenden Hinweis:

„If you keep your hair long, your leather tight, and your denim dirty, TIME RIFT have the heavy-metal-rock-and-roll you’re looking for.“

Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer: Unterstützt dieses Power-Trio von der nördlichen US-Westküste, damit wir schon bald neuen Stoff bekommen – und der eine oder andere deutsche Festival-Veranstalter auf Time Rift aufmerksam wird.

Fazit: Kaufempfehlung

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