Review: Midnight Priest – Aggressive Hauntings

Release: 2019 Metal on Metal Records; 2020/21 Dying Victims Productions.

Line-up: Lex Thunder (Vox), Iron Fist (Gitarren), Steel Bringer (Gitarren), Joe Dalton – inzwischen nicht mehr Teil der Band (Bass) & Alex „War Tank“ (Drums)

Liebe Freunde, ich muss ja zugeben, ich blicke bei der Vielzahl an Bands, die „Midnight“ im Namen haben, kaum noch durch. Es scheint, als wäre die Namensfindung für eine Szene-Kapelle in der heutigen Zeit wie ein Würfelspiel. Mit einem Würfel. „Midnight“ ist gesetzt. Dahinter kommen dann Namen wie Dice, Spell, Force oder wie in diesem Fall Priest. Hierbei muss ich allerdings sagen, dass der hintere Teil des Namens schon viel von dem verrät, was wir hier geboten bekommen. Der Einfluss der Briten um den „Metal God“ – besonders der Painkiller– oder auch der Defenders of the Faith-Ära – schlägt einem mit einer kräftigen Metal-Fist direkt ins Gesicht. Dazu gesellen sich eine gehörige Portion King Diamond und Lizzy Borden und schon ist die Mixtur fertig. Dennoch klingt es nicht wie eine Kopie der genannten Bands, auch wenn es zunächst den Anschein macht, als hätte man alles einmal durch den Fleisch- oder den Tofuwolf (für meine lieben Mit-Veganer) gedreht. Das Album, welches im Februar 2021 von Dying Victims noch einmal neu aufgelegt wird, wirkt eigenständig und hat ordentlich Feuer unter dem Allerwertesten. Allen voran sind mir besonders die schneidenden Vocals und das unglaublich gute Riffing aufgefallen. Nachdem der erste Durchlauf noch relativ nichtssagend war, finde ich nun von Mal zu Mal mehr Gefallen daran. Ich denke, hierbei ist es wichtig, über den Tellerrand zu blicken, ohne der Band direkt Kopie- oder Abkupferungsversuche vorzuwerfen, denn trotz den – nicht von der Hand zu weisenden – Ähnlichkeiten ist es ein starkes Album, das ich mir sicher auf Vinyl zulegen werde.

Sicher wird das Rad nicht neu erfunden, aber ich bin sowieso der Meinung, dass das auch heutzutage kaum noch möglich ist. Aggressive Hauntings klingt viel mehr wie eine Hommage an die Helden vergangener Tage, als Metal noch als Rebellion galt, was man auch sehr gut den Lyrics zu „Iron Heart“ oder auch „On Your Knees For Metal“ (welche neben dem Titeltrack meine Favoriten des Albums sind) entnehmen kann. Letzteres legt sogar noch eine Schippe drauf und beginnt mit einem Riff, das manche möglicherweise mit einem „elektrischen Auge“ betrachten werden… Midnight Priest schaffen es auf eine starke Art und Weise, den Geist der berüchtigten 80er einzufangen und ihn in die heutige Zeit zu transportieren.

Wer darauf Bock hat: holt euch das Teil! Kaufempfehlung!

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