Review: Black Revelation – Demon

Release: 2020/11/11

Auf unserem Blog freuen wir uns immer, wenn wir auf Underground-Bands stoßen, die sich klassischen Klängen verschrieben haben und noch am Anfang ihrer Karriere stehen. Beides trifft auf die recht obskure Doom Metal-Formation Black Revelation zu: Das deutsche Trio, gegründet im Jahr 2016, tritt nur unter den Pseudonymen A (Bass), J (Gitarren) und M (Gesang) in Erscheinung. Um einen norddeutschen Kollegen zu zitieren: „Auf so einen Quatsch stehe ich einfach!“ Unterstützt werden die Musiker von zwei Gastschlagzeugern, J. Müller und M. Straub. Demon, es bleibt geheimnisvoll-düster, ist die erste offizielle Veröffentlichung aus dem Hause Black Revelation – kein Demo, keine EP, gleich eine Full-Length. Das ist durchaus bemerkenswert.

Ich bin ehrlich: Nach dem ersten Durchgang war ich nicht begeistert. Und ich kann euch genau sagen, woran das lag. Ms Stimme traf leider überhaupt nicht mein Geschmackszentrum. Bei Doom-Bands heißt es bei mir in solchen Fällen in der Regel sofort: Ende Gelände, der Nächste bitte. Aber ich blieb am Ball und darf nun verraten: Das war eine meiner besseren Ideen, denn inzwischen habe ich mich mit den Vocals angefreundet. M liebt es – genretypisch – theatralisch, oft beschwörend und nicht selten erhaben-episch. Einige Gesangslinien sind recht eigenwillig, aber für einen dezenten Kauzfaktor bin ich immer zu haben. M ist, dabei bleibe ich, objektiv betrachtet nicht der größte Sänger unter dem Vollmond. Aber er singt beseelt und ausdrucksstark. Und damit hat er mich letztendlich überzeugt. Während der letzten Durchgänge dachte ich nicht selten an eine technisch (deutlich) bessere Version von Quorthon – angesichts meiner Liebe zu Bathory in der Viking Era ist das selbstverständlich als Kompliment zu verstehen.

In stilistischer Hinsicht haben wir es, wie eingangs angedeutet, mit traditioneller Doom-Kost zu tun. Man erfindet nichts neu und verneigt sich stattdessen ebenso ehrfurchtsvoll wie gekonnt vor den Genregrößen: Die digitale Version des Albums endet mit einer feinen Coverversion des Reverend Bizarre-Klassikers „Cromwell“. Na, wer diese finnischen Doom-Götter ehrt, ist zweifellos auf dem richtigen Weg. „Demon King“, für mich die stärkste Eigenkomposition, endet obendrein mit Ozzys Schlachtruf „Alright now“ – Genrefreunde fühlen sich auf Demon pudelwohl, keine Frage.

Eine Stärke der Platte ist ihr Abwechslungsreichtum, der auf einige Tempowechsel zurückzuführen ist. Rockige Passagen und vereinzelte knackige Heavy Metal-Soli erfreuen den Headbanger in uns, der es auch beim opulenten Doom-Mahl zwischendurch ein bisschen zackiger mag. Aber so etwas konnten Black Sabbath in den 70ern bekanntermaßen auch, man denke nur an Master of Reality. Der bereits oben genannte Track „Demon King“ hat sogar einen Mitgröl-Chorus im Angebot, bei dem in der Live-Situation das Publikum vermutlich seine helle Freude haben wird. Beim Hammer of Doom dürften Black Revelation spätestens an dieser Stelle gewaltig punkten.

Zu erwähnen ist des Weiteren der Umstand, dass die vorliegende Platte eine Eigenproduktion ist. Es liegt auf der Hand, dass der Sound Nuclear Blast-Kunden ratlos zurücklassen dürfte. Ich mag generell das Unperfekte, weil so Alben mit Charakter entstehen, die über einen ganz besonderen Charme verfügen.

Demon ist alles in allem auf sämtlichen Ebenen ein ansprechendes Debüt, das Lust auf mehr macht. Black Revelation besteht offensichtlich aus Künstlern, die sich zusammengeschlossen haben, um ihre favorisierte Musik nach Herzenslust zu zelebrieren. Herausgekommen ist eine authentische Underground-Perle, die sich jeder Freund der langsamen metallischen Töne einmal zu Gemüte führen sollte. Schlagt doch beim nächsten Bandcamp Friday einfach mal auf dem dortigen Profil der Truppe zu. In diesem Sinne: Support the Underground!

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