Review: Poltergeist – Hallucinations in the Catacombs

Release: 2021/04/02

Wer unseren Blog schon eine Weile verfolgt, wird mit Sicherheit bereits den einen oder anderen Beitrag von Kalen Baker gelesen haben. Wir freuen uns sehr, dass nun mit der EP Hallucinations in the Catacombs frisches Poltergeist-Material vorliegt, mit dem der junge Künstler aus Kanada seine Reise durch allerlei unterschiedliche Musikstile fortsetzt. Wer ihn bis dato nur von seiner sehr traditionell agierenden Heavy Metal-Band Whyte Diamond kennt, wird überrascht sein…

Kalen selbst beschreibt den Stil seines Projektes folgendermaßen:

Post-Punk/Traditional Metal from the frostbitten plains of Alberta Canada… Spectral hauntings created from various musical, artistic and literary influences. Poltergeist is the spiritual successor of Whyte Diamond.

Facebook-Seite Poltergeist

Mit dem Opener „Darklands“ geht die EP gleich äußerst vielversprechend los. Der Song weist eine intensive, dichte Atmosphäre auf und ist dabei ebenso mysteriös-catchy wie abwechslungsreich. Herausgreifen möchte ich die hervorragende, passionierte Gitarrenarbeit, die mich an vielen Stellen, spätestens ab der Mitte des Tracks, an The Devil’s Blood oder deren Erben Dool erinnert. In Kombination mit Kalens Dark Wave-typischen Vocals, die bei mir generell oft Depeche Mode heraufbeschwören, entsteht ein wirklich bemerkenswert kreatives, mitreißendes Stück Musik. Das darauffolgende „Electricity“ überzeugt durch einen durchweg gelungenen Mix aus Synthesizern und Gitarren, den ich in dieser Form noch nicht gehört habe. Track Nummer 3, „Morning Star“, ist eine sehr verträumt-melancholische Komposition, die auch von The Cure bzw. direkt aus den frühen 80ern stammen könnte. Ich bin davon überzeugt, dass man sie auf keinem Dark Wave-Sampler, der sich auf das letztgenannte Jahrzehnt fokussiert, als Produkt des Jahres 2021 identifizieren würde. Kalen dürfte diese Einschätzung wohl als ein großes Kompliment empfinden! „Through Clouded Eyes“ reiht sich hier perfekt ein – als Hörer sollte man die Augen schließen und die wunderbaren Melodien einfach in sich aufsaugen. Der Schlusstrack „We watch the Skies“ bildet meines Erachtens gemeinsam mit dem Opener „Darklands“ eine perfekte Rahmenhandlung, da Kalen uns wieder seine metallisch-rockige Seite zeigt: Die Gitarren zitieren die Whyte Diamond-Vergangenheit – und harmonieren einmal mehr prächtig mit den typischen Dark Wave-Gesangslinien, die entscheidend zu den Hitqualitäten des Songs beitragen.

Fazit: Kalen Baker ist ein begnadeter Künstler, der im positiven Sinn aus der Zeit gefallen ist. Er macht konsequent sein Ding und schert sich nicht um Schubladen oder Trends. Hallucinations in the Catacombs besticht durch Einfallsreichtum, Eigenständigkeit sowie ausgeprägte 80er-Vibes, die den Hörern eine kleine Zeitreise gestatten. Als ersten Anspieltipp für alle Interessierten muss ich „Darklands“ nennen, das dank seiner metallischen Elemente mutmaßlich am schnellsten bei vielen unserer Leser zündet. Mit dieser wundervollen Nummer dürfte Poltergeist einen Platz auf meiner nächsten „Songs of the Year“-Liste schon jetzt so gut wie sicher haben.

Kalen Baker from Canada is a gifted young artist who has completely fallen out of time in a positive sense. He does his thing consistently and really doesn’t care about trends. His EP Hallucinations in the Catacombs impresses with its ingenuity, originality and distinctive 80s vibes which allow us to travel back in time. Conclusion: Highly recommended piece of music for open-minded listeners who appreciate bands like Depeche Mode, The Cure or The Devil’s Blood – and many more!

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