Review: Keys Of Orthanc – Of the Lineage of Kings

Wer sagt, dass sich Black Metal zwangsläufig um Themen wie Satanismus und co. drehen muss? Die beiden Herren Dorgul (alle Instrumente) und Harslingoth (Vox) aus Chambly, Quebec, Kanada, zeigen hier, dass es auch anders geht. Bei Keys Of Orthanc dreht sich alles um die Welt von Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien. Das fängt bereits beim Namen der Band an, denn „Orthanc“ ist der Name des schwarzen Turms Sarumans in Isengard.

Angefangen als Dorguls Ein-Mann-Projekt erschien 2018 das Debüt-Album, bevor Harslingoth 2019 als Sänger zur Band stieß und noch im gleichen Jahr das erste Album als Zwei-Mann-Armee das Licht der Welt erblickte. Nun steht mit Of The Lineage of Kings das zweite Album in dieser Besetzung an und das Ergebnis kann sich in jedem Falle sehen bzw. hören lassen. Epic Black Metal steht hier auf dem Programm, gepaart mit einer gesunden Prise Dungeon Synth. Das mag nicht jedermanns Sache sein, aber meine ist es auf jeden Fall, weswegen ich das Album auch schon in physischer Form vorbestellt habe. Wer sowohl etwas mit (epischem) Black Metal als auch mit den – meiner Meinung nach – bedeutendsten Werken der neueren Literatur etwas anfangen kann, wird bei Keys Of Orthanc völlig auf seine Kosten kommen. Black Metal-typische Blast Beats treffen hier auf epische Chöre und synthetisch anmutenden Dungeon Synth-Sound und ergeben so den Soundtrack der etwas anderen Art. Dennoch wird hier nicht eine gute halbe Stunde voll durchgeballert, damit es nicht auf Dauer ermüdend wirkt. Sowohl der Titeltrack (oder auch das Titel-Intro?!) zu Anfang des Albums als auch „I’ve Seen the Dragons Fly“ (Outro…? Man weiß es nicht so genau…) kommt mit rein elektronischen Klängen daher. Die restlichen Titel lassen in mir das Gefühl entstehen, selbst in der Schlacht auf den Pelennor-Feldern oder vor den Toren von Mordor dabei zu sein und mein Schwert gegen blutrünstige Uruk-Hai zu schwingen. [Die sind doch alle schon tot, Anm. André]

Dass hier bereits seit dem Debüt-Album das Label Naturmacht Productions dahinter steht, kommt wohl wenig überraschend, denn die beiden Mannen passen perfekt zum Image dieses Vertriebs. Und das ist auch gut so. Wenn es um Black Metal geht, kann ich persönlich nahezu immer bedenkenlos zugreifen wenn der Name Vendetta oder, wie hier, Naturmacht darauf steht.

Auf dem bereits dritten Album machen Keys Of Orthanc alles richtig und schaffen ein Stück Musik, welches – zumindest in meinen Ohren – völlig eigenständig und unabgekupfert um die Ecke kommt. Als besonderes Schmankerl gibt es sowohl auf der CD- als auch auf der Tape-Version eine Cover-Version von Caladan Brood’s „Book of the Fallen“ auf die Ohren, die das Album noch einmal um eine unglaublich epische Viertelstunde verlängert. Ebenfalls erwähnenswert: Im Song „Her Mighty Heart“ gibt sich niemand Geringeres als Sarah von Smoulder für eine kleine Gastrolle als „Eowyn“ die Ehre.

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