Review: Warrior Path – The Mad King

Release: 2021/03/05

Wenn sich eine Band Warrior Path nennt, über Fantasy-Themen singt und auch noch aus Griechenland stammt, ist sie zweifellos zu 100% Epic Metal Blog-kompatibel. Das Quartett aus Athen besteht erst seit dem Jahr 2019, präsentiert uns nun mit The Mad King aber schon Longplayer Nummer 2. Während das selbstbetitelte Debüt, erschienen im März 2019, im Prinzip noch ein Solo-Projekt des Gitarristen Andreas Sinanoglou war, haben wir es anno 2021 mit einer „echten“ Band zu tun, in deren Reihen Bob Katsionis (Bass, Gitarre, Keyboards; Ex-Firewind), Dave Rundle (Schlagzeug) und Daniel Heiman (Gesang; Ex-Lost Horizon) als feste Mitglieder auftauchen.

In stilistischer Hinsicht bieten uns die vier Musiker eine Mischung aus Heavy und (europäischem) Power Metal an, die allerlei epische Elemente aufweist. Zu den Stärken der Band zählt zweifellos die Sechssaiter-Fraktion, die oftmals eine erhabene, mystische Atmosphäre kreiert, die uns eine Flucht aus dem Alltag gestattet. Die stark britisch geprägten Twin Leads bestechen durch großartige, leidenschaftliche Melodien, die wunderbar mit dem kernigen Riffing harmonieren. Zu seicht wird es hier nie, kitschig sowieso nicht. Hervorheben möchte ich zudem den klugen Einsatz von Akustikgitarren, die nicht selten eine mittelalterlich anmutende Stimmung erzeugen – man wähnt sich auf dem Weg in eine heroische Schlacht, in der man sich den Dämonen aus der Finsternis stellt (davon gibt es ja immer reichlich…). Nicht unerwähnt bleiben soll obendrein die wohl dosierte Zugabe von Keyboards, die das Klangbild unaufdringlich bereichern. Ein weiterer Pluspunkt auf The Mad King sind die Vocals: Daniel Heiman hebt die durchweg gelungenen Kompositionen mit seinem klaren, kraftvollen Organ auf ein enorm hohes Niveau, das in diesem Genre erst kürzlich Angel Martyr mit Nothing louder than Silence ebenfalls erreicht haben. Da der Sound – wie bei den Italieniern – ebenfalls überzeugt, dürfen wir uns über ein rundum gelungenes Paket freuen, bei dem es absolut gar nichts zu meckern gibt.

Fazit: Warrior Path bieten keinen aidanesken „Barbarian Epic Metal“, bei dem wild Äxte oder noch plumpere Kriegsgeräte geschwungen werden. The Mad King ist eher der stolze Ritter in einer glänzenden Rüstung, der zum richtigen Zeitpunkt elegant, aber erbarmungslos zuschlagen kann. Auf Innovationen legt er keinen Wert, allerdings gelingt es ihm, altbekannte Elemente so zusammenzufügen, dass die Platte über 52 Minuten frisch klingt und sich die (unvermeidlichen) Déjà-vus qua Anzahl in sehr überschaubaren Grenzen halten. Einen Anspieltipp für Interessierte mit wenig Zeit zu geben, ist angesichts der dargebotenen Qualität des Songmaterials keine leichte Aufgabe. „Don’t fear the Unknown“ ist auf jeden Fall ein Epik-Kracher, der dank majestätischer Gitarrenharmonien sofort ins Ohr geht. Daher: Klare Kaufempfehlung, im epischen Heavy/Power Metal-Genre mit Sicherheit ein Jahreshighlight, an dem überhaupt kein Weg vorbeiführt.

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