Review: Jeff Black – Endless Night/Too Big to Fail

Jeff Black müssen wir keinem Epic Metal Blog-Leser vorstellen. Daher können wir uns gleich der Musik widmen, die uns in diesem Fall recht überraschend erreicht hat. Mit „Endless Night“ und „Too Big to Fail“ präsentiert der Gatekeeper-Gründer erstmals Solo-Nummern, die ganz schlicht unter seinem Namen veröffentlicht werden. Wer nun Epic Metal wie bei seiner Hauptband oder Dungeon Synth wie bei seinem Nebenprojekt Encloaked erwartet, liegt in stilistischer Hinsicht ganz weit daneben.

Zunächst einmal ist anzumerken, dass Jeff hier alles allein eingespielt und eingesungen (!) hat. Davor ziehe ich schon einmal meinen Hut, denn – so viel sei bereits verraten – die beiden Songs tönen auf allen Ebenen ausgezeichnet, auch der Sound ist prima. Sogar Jeffs Vocals sind erstaunlich gut, auch wenn der sympathische Kanadier mit Sicherheit kein zweiter John Bush oder Geoff Tate (der von früher…) ist. Aber wer darf das schon von sich behaupten? Eben…

Die beiden Tracks werden vor allem Heavy und Power Metal-Anhängern ausgezeichnet gefallen. „Endless Night“, sozusagen das Solo-Debüt, besticht mit einem simplen, aber kraftvollen Chorus, der sehr viel Mitgröl-Potenzial für den klassischen Headbanger bereithält – ein optimaler Show-Opener, der alle gleich auf Betriebstemperatur bringt. Stärkster Punkt ist, ihr werdet es ahnen, die Gitarrenarbeit: Das genretypische Riffing ist kernig-zupackend, das beschwingte, erfreulicherweise nicht zu kurze Solo ist meines Erachtens das Glanzlicht, welches jedem Fan traditioneller Metal-Klänge ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Wo steht eigentlich meine Luftgitarre?

„Too Big to Fail“ weicht qua Stilistik nicht groß von dieser Komposition ab. Allerdings finde ich in diesem Fall die Gesangslinien, nicht zuletzt in den Strophen, interessanter. Hat sich Jeff hier bereits mehr zugetraut als bei seiner ersten Veröffentlichung? Wie auch immer, die Vocals finde ich in diesem Fall noch ein bisschen besser. In puncto Gitarrenarbeit bewegen wir uns weiterhin auf sehr hohem Niveau – das ist nicht innovativ, aber so spritzig, dass ich „Too Big to Fail“ immer und immer wieder hören möchte. Das liegt auch am exzellenten Chorus, der sich anders als der Kollege in „Endless Night“ eher durch die Hintertür in die Gehörgänge schleicht.

Fazit: Jeff kann es auch allein. Ich hoffe natürlich auf zahlreiche Gatekeeper-Platten in naher Zukunft – aber ich würde mich auch über mehr Solo-Material freuen. Jeff ist einfach ein begnadeter Songwriter, der mal eben zwei Nummern aus dem Ärmel schüttelt, die beide Hitqualitäten aufweisen und viele Mitbewerber in den Schatten stellen. Ich bin beeindruckt!

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