Review: High Council – Ember

Release: 27.03.2020

Look upon the future and tremble.

High Council stammen aus Audubon, New Jersey, und haben bereits im Jahr 2005 ihre Debüt-EP All Rise herausgebracht. Es folgten bis zum heutigen Tage vier weitere EPs – offenkundig das favorisierte Format der Band (gefällt mir…) – und der einzige Longplayer Held in Contempt (2018).

Ich gebe es zu: Lou Di Domenico (Bass, Synthesizers, Gesang), Greg „Wolfman Vegas“ McKeever (Schlagzeug), Steve Donahue (Gitarren, Gesang, Flöte) und Bob Saunders (Gesang, Gitarren) sind erst jetzt, mit ihrem sechsten Release Ember, endlich in meinem musikalischen Universum aufgetaucht. Dort wird das US-amerikanische Quartett allerdings mit Sicherheit zum Stammgast.

Laut Metallum haben wir es hier mit Heavy Metal zu tun. Gut, wenn man diese Genre-Bezeichnung sehr breit fasst, ist das zutreffend. Es ist aber möglich, dass die Kern-Zielgruppe so nicht erreicht wird. High Council präsentieren uns auf Ember nämlich weitgehend Epic Doom, der Fans von Atlantean Kodex, Scald und While Heaven Wept vorzüglich munden dürfte.

Aber beginnen wir doch Tinder-like mit schnöden Äußerlichkeiten: Das Artwork! Ich sage mal: Weltklasse – es wird wohl keinen Epic Metal Blog-Leser geben, der hier nicht ins Schwärmen gerät und im Kopfkino prompt die nächste epische Reise antritt. Da das Auge mithört, liegen High Council schon vor dem Erklingen der ersten Note mit 3:0 vorne.

Zum Glück kann der Inhalt ebenfalls überzeugen: Zu nennen ist zunächst einmal der fantastische, oftmals mehrstimmige, erhaben-majestätische Gesang, der dank einprägsamer Melodien sofort ins Ohr und vor allem unter die Haut geht. Die verträumten Lead-Gitarren mit ihrem herrlich warmen Klang bewegen sich auf demselben hohen Niveau, sodass der Vergleich mit den oben genannten Genre-Göttern auf der Hand liegt. High Council verdienen jedoch das Etikett „eigenständig“, weil das kernige Riffing eine Stoner-Schlagseite aufweist, die ich in diesem Zusammenhang durchaus bemerkenswert finde. Ein bisschen Schmutz kann im Metal bekanntlich nie schaden… Nennenswert ist obendrein der Abwechslungsreichtum auf dieser recht kurzen – nur zehnminütigen – EP: Die Herren aus Audubon finden ab und zu auch das Gaspedal, um etwas geradliniger loszurocken. Ein Farbtupfer, der diesem Release ebenso gut zu Gesicht steht wie die Piano-Klänge, die für einen würdigen Abschluss sorgen.

Fazit: Ember verwöhnt uns mit intensiver, hochemotionaler Musik, die kaum epischer sein könnte. Schade, dass ich High Council erst 16 (!!!) Jahre nach dem ersten offiziell veröffentlichten Lebenszeichen für mich entdeckt habe – aber es ist bekanntlich fast nie zu spät. Nun hoffe ich, frisch angefixt, sehnsüchtig auf neues Material in naher Zukunft! Und, lieber Oliver Weinsheimer, bitte lade die Band doch mal zum Hammer of Doom ein. Ich kaufe auch den Merch-Stand leer…

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