Review: Wheel – Preserved in Time

Release: 09.04.2021

Wow, was ist denn in diesem Jahr im (Epic) Doom-Bereich los?! Ein weiteres Highlight aus deutschen Landen kommt in Form von WheelPreserved in Time – aus Dortmund. Eine Band, die mir bisher noch kaum geläufig war, obwohl sie immerhin auch schon seit über 10 Jahren aktiv ist. Cruz del Sur haben hier wieder einmal ihren eigenständigen und immer geschmackssicheren Spürsinn unter Beweis gestellt und diesen zukünftigen Genre-Klassiker unter ihre Fittiche genommen. Wheel zelebrieren Solitude Aeturnus, Candlemass oder While Heaven Wept – und zwar fast auf Augenhöhe mit diesen Giganten des Doom! 

Preserved in Time steigt direkt mit dem absoluten Übersong „At Night They Came Upon Us“ ein, der nicht nur vom Titel her an Solitude Aeturnus erinnert („It Came Upon One Night“), sondern auch der beste Solitude Aeturnus-Song ist, den die Texaner nie geschrieben haben. Midtempo-Stampfer, elegante Leadgitarren und mitreißende Vocals, all das vermengt sich zu einer herrlich epischen Melange die keinen, wirklich NIEMANDEN, kalt lassen dürfte, der auch nur ansatzweise etwas mit langsamer Gitarrenmusik anfangen kann. Und alle anderen dürfen es auch gerne mal ausprobieren.

Das Album kann zwar dieses absolute Weltklasse-Niveau nicht ganz halten, aber das soll der Qualität der restlichen Songs nichts absprechen. Im Gegenteil, Wheel sorgen für etwas Abwechslung, verändern ihre Version von episch-lamentierendem Doom mit jedem Song etwas, was das Album variiert und interessant werden lässt. Zum Beispiel geht es mit „When The Shadow Takes You Over“ weiter, der das Tempo noch einmal runterfährt und eher an 90er Düsterkapellen wie Saturnus, My Dying Bride etc. erinnert und die dunkle Dramatik auf die Spitze treibt (wie auch „Hero of the Weak“). Diesen Spirit heutzutage so authentisch aufzunehmen, zeugt von großem Songwriting-Talent, und wird durch den klaren, mächtigen, aber zeitlosen Sound auch sehr gut unterstützt. 

Jeder Song nimmt den Hörer mit in dunkle Welten und auf Reisen durch dramatische Spannungsbögen, die die ganze Bandbreite an epischem Doom abdecken. Einerseits fühlt sich Preserved in Time, wie der Name schon suggeriert, wie eine Zeitreise in die späten 90er oder frühen 2000er an, als gerüschte Hemden oder Mönchsroben an der Tagesordnung waren und Bands den traurigen Klängen hemmungslos frönten, andererseits zeugen das Songmaterial und die Performance (diese Vocals!!!) auch von genug Eigenständigkeit und Esprit, dass man hoffen mag, dass Wheel nun endlich durchstarten und in der Szene, wie auch auf den einschlägigen Festivals, in den kommenden Jahren das Epic-Doom Banner hochhalten werden! Absoluter Pflichtkauf!

2 Kommentare zu „Review: Wheel – Preserved in Time

  1. An 90er Rotweintrinker-Doom denke ich zwar etwas weniger als du, aber unter dem Strich würde ich das absolut unterschreiben! Das ist wirklich ein außergewöhnliches und vor allem ein außergewöhnlich gutes Album!

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