Review: Parish – God’s Right Hand

Release: 28.05.2021 (bei Dying Victims)

Bei Parish handelt es sich um ein Trio aus London, das im Februar 2019 mit dem Demo Famine, War ein erstes Lebenszeichen gesendet hat. Gut anderthalb Jahre später folgte mit der EP God’s Right Hand der zweite Release, der dank Dying Victims nun erstmals auf CD erhältlich ist. Zuvor lag Letzterer bereits als Vinyl vor, erschienen bei Crypt of the Wizard.

Der Opener des Demos, auch auf der EP vorhanden.

Die Briten stufen sich selbst auf ihrer Facebook-Seite als „proto-metal power trio“ ein – und das ist zweifellos ein passendes Etikett. Das Riffing ist sehr stark im traditionellen Doom verwurzelt, sodass Tony Iommi-Anhänger während der knapp 15 Minuten voll auf ihre Kosten kommen. Die luftigen, enorm gefühlvollen Gitarrenleads würden jeder Classic Rock-Kapelle gut zu Gesicht stehen, die den „alten Helden“ des Genres stilvoll huldigt. Parish überzeugen mich obendrein dank der ausdrucksstarken Vocals, welche hervorragend zur Leichtfüßigkeit passen, mit der die drei Herren von der Insel musizieren – hört euch nur exemplarisch das kompakte, verträumt-verspielte „By a Bandit’s Knife“ an. God’s Right Hand ist demnach eine ziemlich lässige Angelegenheit, welche direkt aus den späten 70ern/ganz frühen 80ern stammen könnte – Retro, aber mit einer eigenen Note. Einigen Metal-Hörern dürfte die vorliegende EP wohl zu seicht sein… wer Formationen wie zum Beispiel Hällas mag, ist hier jedoch genau richtig. Oder anders ausgedrückt: Grauburgunder passt hier besser als Gerstensaft.

Fazit: Parish ist eine Band, die Fans der oben angesprochenen Stilistik auf jeden Fall im Auge behalten sollten. Die EP macht ohne Wenn und Aber Lust auf den ersten Longplayer, der in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft erscheinen wird. Die einzige Frage, die ich mir wie bei vielen Neulingen abschließend stelle, lautet: Schaffen es die Briten, den Spannungsbogen über 35, 40 Minuten ähnlich hoch zu halten? Ein paar dezente Tritte auf das Gaspedal könnten in jenem Fall vermutlich nicht schaden, um für Abwechslung zu sorgen.

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