Review: Lucifer’s Hammer – The Trip

Release: 18.06.2021

Wenn man auf eine chilenische Band stößt, die sich Lucifer’s Hammer nennt, rechnet man unweigerlich mit kernigem, recht rohem Stoff, der mit allerlei Ecken und Kanten knietief im abseitigeren Underground verwurzelt ist. Im vorliegenden Fall sieht das Ganze – zu meinem großen Bedauern – jedoch ganz anders aus…

The Trip, das dritte Studioalbum des Quartetts aus Santiago, bietet den Hörern leichtfüßigen traditionellen Metal, der allen voran Anhängern der NWOBHM gefallen dürfte. Lucifer’s Hammer ist es gelungen, einen authentischen 80er-Sound zu kreieren, der an Bands wie Satan erinnert. Allerdings gelingt es den Südamerikanern bei weitem nicht, die Klasse der Briten zu erreichen: Das Songmaterial ist keineswegs schwach, aber es fehlen nicht zuletzt Hooks: Selbst nach mehreren Durchläufen bleibt nach – eher an eine EP erinnernden – 31:35 Minuten nicht viel hängen. Lediglich „The Forest of Tar Tac“ und der Schlusstrack „I believe in you“ verfügen über ein dezentes Hitpotenzial. In einer Nummer wie „Land of Fire“, die keine vier Minuten dauert, sind sogar ein paar Längen festzustellen.

Nein, Lucifer’s Hammer werden es nicht leicht haben, aus der Masse herauszustechen. Es fehlt einfach am dringend notwendigen Wiedererkennungswert, der leider auch nicht über die guten, aber nicht überragenden Vocals hergestellt werden kann. Die Gitarrenmelodien sind ebenfalls ziemlich unspektakulär – obwohl die Musiker ohne Frage ihr Handwerk verstehen. Live mögen die sieben Kompositionen durchaus recht unterhaltsam sein, bei einem Festival würde ich den Jungs gerne eine Chance geben. Allerdings glaube ich nicht, dass es viele Fans von NWOBHM-ähnlichen Klängen gibt, die bei The Trip dauerhaft in Begeisterungsstürme ausbrechen. Es gibt, mit Verlaub, zahlreiche spannendere Bands in diesem Genre.

Performance: 75%
Songwriting: 60% 
Creativity: 55% 
Variety: 50%
Entertainment: 70% 

OVERALL: 62%

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