Review: Reinforcer – Prince of the Tribes

Release: 18.06.2021

Auf unserem Blog hattet ihr bereits in der letzten Woche die Gelegenheit, das ostwestfälische Heavy/Power Metal-Quintett Reinforcer besser kennenzulernen. Daher genügt es an dieser Stelle, sich auf die Musik zu fokussieren, welche uns die im Jahr 2015 gegründete Band auf ihrer Debüt-LP Prince of the Tribes präsentiert.

Bereits nach wenigen Sekunden wird deutlich, dass die Jungs ein Händchen für die Schaffung einer episch-erhabenen Atmosphäre haben: Der Opener und Titeltrack entführt den Hörer in den Teutoburger Wald, um an der Seite von Arminius gegen die römische Weltmacht zu streiten. Wer auf Lyrics, die sich mit historischen Themen befassen, steht, ist bei Reinforcer an der richtigen Adresse, denn auf Prince of the Tribes gibt es davon reichlich, man lausche nur exemplarisch „Allegiance and Steel“, in dem die Schlacht von Maldon (10. August 991) im Mittelpunkt steht. Kurzum: Es lohnt sich, im Booklet zu schmökern und in längst vergangene Zeiten abzutauchen.

Auf der musikalischen Ebene überzeugen Reinforcer in erster Linie mit einem punktgenauen Songwriting: Die neun Tracks weisen kein überschüssiges Fett auf und beschränken sich auf das Wesentliche. Dazu zählen mehrere großartige Chorusse, die schon nach dem ersten Durchgang im Ohr bleiben – hört euch nur, um zwei Anspieltipps zu geben, das bereits erwähnte „Allegiance and Steel“ oder auch „Shieldmaiden“ an. Lediglich „Hand on Heart“ ist mir im Refrain etwas zu süßlich, Power Metal-Diehards mögen das anders sehen. Großartig sind zudem die kraftvollen, mitunter recht rauen Vocals von Logan Lexi, die mich beim Erstlausch prompt an Hansi Kürsch denken ließen. Da sie jedoch eine eigenständige Note aufweisen und recht wandelbar sind, darf man ohne jegliche Übertreibung behaupten, es hier mit einem neuen Stern am deutschen Heavy/Power Metal-Himmel zu tun zu haben. Auf einem ähnlich hohen Niveau bewegt sich nicht zuletzt die Gitarrenarbeit – egal ob druckvolles Riffing oder hochmelodische Leads, hier passt alles!

Selbiges gilt für den hochprofessionellen Sound, mit dem Reinforcer so manche etablierte Kapelle mit weitaus größerem Budget in Erklärungsnöte bringen. Man merkt, dass die Band hier einiges investiert hat, um ein optimales Ergebnis zu erzielen, das dem auf Prince of the Tribes dargebotenen Musikstil gerecht wird. Da auch das Coverartwork äußerst geschmackvoll ist, haben wir es hier mit einer runden Sache zu tun.

Fazit: Reinforcer erfinden – um ein Klischee zu bemühen – nichts neu. Aber sie haben allerlei zündende Ideen, die gepaart mit einer großen Spielfreude, zu einer Platte führen, die ich jedem Genre-Fan wärmstens empfehle. Ich hoffe, die Jungs mit meinem Kollegen Aidan in naher Zukunft live erleben zu können, denn diese Musik eignet sich einfach hervorragend für einen unbeschwerten Abend mit Freunden und Kaltgetränken!

Performance: 85%
Songwriting: 80%
Creativity: 80%
Variety: 80%
Entertainment: 90%

OVERALL: 83%

Kommentar verfassen