Review: Crimson Fire – Another Dimension

Release: 27.08.2021

Habt ihr schon euer Sommeralbum 2021 gefunden? Falls nicht, darf ich euch heute einen heißen Kandidaten, der diesen Titel verdient, vorstellen. Es handelt sich um Another Dimension von Crimson Fire. Ihr kennt diese Band noch nicht? Nun, das kann ich mir durchaus vorstellen, mir ging es nämlich vor der Arbeit an diesem Review ebenso.

Gehen wir also mal ins Detail: Bei Crimson Fire handelt es sich um ein Quintett aus Kallithea, das bereits seit 2004 musiziert und laut Metallum Power Metal spielt. In den Jahren 2005 und 2007 gab es jeweils ein Demo, im Jahr 2010 mit dem selbstbewusst betitelten Metal is Back die erste Full Length. Es folgten die EP Fire in the Sky (2012) und der zweite Longplayer Fireborn (2016) – Another Dimension, herausgegeben vom griechischen Qualitäts-Label No Remorse, ist demnach Studioalbum Nummer drei und der erste Output nach einer fünfjährigen Pause.

Erfreulicherweise beginnt es gleich mit einem echten Hammer: „Judas“ besticht mit hochmelodischen Gitarren, die mir sofort ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Bereits mit dem Opener beweisen Crimson Fire exemplarisch, dass sie ein Händchen für einprägsame Chorusse haben, die Hitqualitäten aufweisen und dem Hörer auch nach mehreren Durchgängen nicht auf den Keks gehen. Ganz im Gegenteil: Allen voran an Hook-Monstern wie „Fire Below“ oder „Sold My Soul“ kann man sich meines Erachtens unmöglich satt hören. Die Frage, ob die handwerklich einwandfreien Kompositionen einen hohen Grad an Kreativität aufweisen, ist vielleicht nicht mit einem vollmundigen „Ja“ zu beantworten. Das ändert aber nichts an dem Umstand, dass Crimson Fire altbekannte Zutaten aus den Genres Power Metal, Melodic Metal, Hardrock und AOR überaus gekonnt neu zusammenmixen.

Über allem thront ohnehin John Britsas, der nicht nur Keyboards spielt, sondern in erster Linie singt. Und wie er das tut! Meiner Meinung nach muss sich der Grieche, dessen Darbietung für eine Menge 80er-Vibes sorgt, vor keiner Melodic Metal- oder auch AOR-Größe verstecken. Wäre Britsas im genannten Jahrzehnt aktiv gewesen, dürfte er heute wohl auf eine auch aus kommerzieller Sicht äußerst erfolgreiche Karriere zurückblicken. Anno 2021 bleibt die Hoffnung, dass es immer noch genug Menschen mit Geschmack gibt, die auf ihn und seine vier Mitstreiter stoßen.

Positiv hervorheben möchte ich zudem das wundervolle Artwork von Andreas Marschall, der auch die Cover von fast allen Blind Guardian-, HammerFall– und Running Wild-Meilensteinen gestaltet hat – hier sind wir also endgültig in der Champions League. Ansonsten verdient der gute Sound Erwähnung, für den Terry Nikas verantwortlich ist – nicht Retro, aber organisch genug, um eine Zeitreise in die 80er anzutreten.

Fazit: Another Dimension ist ein klassisches Gute Laune-Album, das allen Alltagssorgen schon nach wenigen Sekunden entschlossen den Kampf ansagt. Es ist jedoch qua Songwriting und Performance zu gut, um allein darauf reduziert zu werden. Crimson Fire spielen sich mit den vorliegenden zehn Songs in die erste Melodic/Power Metal-Liga – ich glaube kaum, dass es in diesem Jahr noch eine unterhaltsamere Platte in diesem Genre geben wird. Auf No Remorse ist eben Verlass…

Performance: 85%
Songwriting: 85%
Creativity: 80%
Variety: 80%
Entertainment: 95%

OVERALL: 85%

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