Review: Lynx – Watcher of Skies

Release: 26/11/2021

English version below

Ich mag Luchse. Das sind einfach wunderschöne Tiere, die ja auch glücklicherweise in unseren Wäldern wieder häufiger in freier Wildbahn leben. Zwar sind es immer noch zu wenige dieser Wildkatzen, aber im Monitoringjahr 19/20 waren es laut des Bundesamts für Naturschutz 194 Individuen in Deutschland, mit steigender Tendenz. Ob die eleganten Luchse wohl Hard Rock machen würden, wenn sie mit ihren Tatzen Instrumente bedienen könnten? Und warum schwafele ich hier eigentlich über Luchse? Logo, irgendwie muss ich das Review über das Debüt der Gießener Kapelle Lynx doch anfangen, und Lynx ist nun mal der lateinische Begriff für den Luchs, dessen Antlitz auch das Cover des Albums Watcher of Skies ziert. Isso!

Zu den Rahmenbedingungen: Zehn Tracks erwarten uns, mit einer Gesamtspielzeit von knapp 44 Minuten, in guter Schallplattenlänge also, darunter befinden sich auch zwei kürzere Titel ohne Gesang. Ein Jahr vor dem Release gabs bereits einen Siebenzöller mit zwei Songs, die sich auch auf beide dem Longplayer wiederfinden („Grey Man“ und „Eternity’s Hall“).

Die vier Kerle aus Mittelhessen kredenzen uns auf ihrem ersten Album klassischen Retro-Hard-Rock, der auch ein paar Dekaden früher hätte erscheinen können, manchmal mischt sich etwas Space-Rock dazu, ab und an legt die Band auch ein paar Chöre und Keyboards drunter. Etwas zu viel des Guten ist der eigentlich konstant vorhandene Hall-Effekt, der das Ganze vielleicht etwas sphärischer klingen lassen soll, der aber in geringeren Dosen effektvoller gewesen wäre. Muss man mögen. Genauso wie das andauernde Becken-Geklöppel beim Schlagzeug, ansonsten könnte das schnell nerven. Beim Gesang sitzt auch nicht gerade jeder Ton, aber das hat irgendwie auch Charakter. Schön ist der Mix der Instrumente, ich mag es ja insbesondere, wenn man den Bass auch als Instrument hört, also das Spiel der Saiten, und nicht nur als Gewummer untenrum. Besonders gelungen ist das Gitarrenspiel, das durchaus mit einer gewissen Virtuosität aufwarten kann und den Liedern viel Tiefgang verleiht. Das Album gluckert im klassischen Midtempo durch die Boxen, dann und wann gibs auch mal etwas mehr Geschwindigkeit, so ist „Dark Shadows rising“ mit etwas mehr Elan versehen dabei als seine geschwisterlichen Stücke auf der Scheibe.

Insgesamt bleibt bei mir aber auch nach wiederholtem Durchlauf der Scheibe recht wenig hängen, so wie es keine richtigen Ausreißer nach unten gibt, so gibt es aber auch kaum richtige Höhepunkte. „Nett“ ist ein Begriff, der mir spontan in den Sinn kommt. Handwerklich ist das alles top, aber zumindest beim Rezensenten (also mir) ist es insgesamt eher aus den Ohren, aus dem Sinn. Wer also eine unauffällige Hardrock-Scheibe zum nebenbei hören sucht, wird bei Watcher of Skies von Lynx auf jeden Fall fündig.

Performance: 80%
Songwriting: 60%
Creativity: 60%
Variety: 70%
Entertainment: 60%
OVERALL: 66%

I like lynxes. They are simply beautiful animals, which fortunately live more frequently in the wild again in our forests. There are still too few of these wild cats, but in the monitoring year 19/20 there were 194 individuals in Germany, according to the Federal Agency for Nature Conservation, with an upward trend. I wonder if the elegant lynxes would make hard rock if they could operate instruments with their paws. And why am I talking about lynxes here? Well, somehow I have to start the review about the debut of the Giessen band Lynx

To the basic conditions: Ten tracks await us, with a total playing time of just under 44 minutes, in good record length thus, among them are also two shorter titles without vocals. A year before the release, there was already a seven inch record with two songs, which can also be found on both the longplayer (“Grey Man“ and “Eternity’s Hall“).

The four guys from central Hessen serve us on their first album classic retro hard rock, which could have been released a few decades earlier, sometimes some space rock is mixed in, now and then the band adds some choirs and keyboards. A bit too much of a good thing is the actually constantly present reverb effect, which should perhaps make the whole thing sound a bit more spherical, but which would have been more effective in smaller doses. You have to like it. Just like the constant cymbal clatter on the drums, otherwise it could quickly get on your nerves. The vocals are not exactly right every tone, but that has somehow also character. Nice is the mix of the instruments, I like it especially when you hear the bass as an instrument, so the play of the strings, and not just as a buzzing below. Especially successful is the guitar playing, which can definitely come up with a certain virtuosity and gives the songs a lot of depth. The album gurgles in the classic midtempo through the boxes, now and then there is also a little more speed, so “Dark Shadows rising“ is provided with a little more verve than his sibling pieces on the disc.

Overall, however, remains with me even after repeated run through the record quite little, just as there are no real outliers down, so there are but also hardly real highlights. “Nice“ is a term that spontaneously comes to mind. Craft-wise it’s all top-notch, but at least with the reviewer (that’s me) it’s overall rather out of ear, out of mind. So if you are looking for an inconspicuous hard rock record to listen to on the side, you will definitely find it with Watcher of Skies by Lynx.

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