Interview: Böllverk

English version below

Wir freuen uns immer, wenn wir euch junge Bands, die am Anfang ihrer Karriere stehen, präsentieren können. Heute liegt der Fokus auf der deutschen Heavy Metal-Band Böllverk. Rede und Antwort gestanden hat uns ihr Gitarrist Raphi.

André: Zunächst einmal herzlichen Dank, dass du dir Zeit für unseren Blog nimmst. Zum Einstieg mal eine Frage jenseits der Musik: Mal angenommen, ich bin das erste Mal in Aschaffenburg. Was sollte ich mir dort anschauen?

Raphi: Hi. Ja gerne. Da sollte man sich das Schloss Johannisburg anschauen. Ein Besuch vom Dalberg, mit seiner hohen Kneipendichte, kann auch nicht schaden [lacht].

Und wie ist generell die Metal-Szene vor Ort? Gibt es ein paar spannende Bands zu entdecken?

Wir haben das Glück, dass es in Aschaffenburg und im Umland noch einige Auftrittsmöglichkeiten gibt. Dazu sind Frankfurt und Würzburg auch gut zu erreichen. Dementsprechend gibt es bei uns einige Bands zu entdecken. Zum Beispiel Pulver, auch eine Heavy Metal-Band, oder Tigercace, eine Punk Rock-Band mit Hard Rock-Einflüssen. Dazu kommen noch Szene-Veteranen wie ProntherMinotaurus oder Cervet.

Es gibt sicherlich ein paar Leser, die Böllverk noch nicht kennen. Erzähle uns doch bitte etwas über eure bisherige Bandgeschichte.

Wir haben 2018 angefangen. Da haben wir es gepackt, unser erstes Line-up zu komplettieren und die ersten Songs zu schreiben. 2019 folgten die ersten Auftritte und der erste Studio-Aufenthalt für die Let‘s Ride Till Dawn EP. Dann kam erstmal Corona… In dieser Zeit sind wir etwas geschrumpft. Es waren nur noch Zahn und ich da. Glücklicherweise haben wir mit Angelo, Tim und Svenja recht schnell neue Mitstreiter gefunden. Mit denen ging es dann wieder ins Studio. Und Heading For The Crown entstand. Das Album ist seit April erhältlich, es ist wieder möglich live zuspielen, wir sind bereit für mehr [lacht].

Wie würdet ihr euch eigentlich selbst stilistisch einordnen?

Heavy Metal.

Im April ist, wie von dir gerade schon gesagt, eure erste Full-Length, Heading for the Crown, erschienen. Wann habt ihr die ersten Songs für diese Platte geschrieben? Und wie entstehen Böllverk-Songs eigentlich – ist es Teamwork, oder gibt es jemanden bei euch, der klar das Heft in der Hand hat?

Das ist unterschiedlich. „Let’s Ride Till Dawn“ ist schon älter. War ja schon auf der gleichnamigen EP drauf. Könnte man auch als den Böllverk-Anfang bezeichnen. „Someday We Will Die“ war ja auch schon auf der EP. Der Rest der Songs ist in den letzten 2 Jahren geschrieben worden. „Ask The Angel, Listen To The Devil“ war der letzte Song, der dazu gekommen ist. Meistens fängt es mit einer Idee von mir an (das kann von einem einzelnen Riff bis zu einen kompletten Song gehen). Wenn die anderen die Idee gut finden, wird gemeinsam an dem Song weitergearbeitet.  Jeder darf natürlich seine Ideen miteinbringen. Dann wird genauso daran gearbeitet.

Gibt es einen Song auf dem Album, der dir ganz besonders am Herzen liegt?

Eine Ausnahme gibt es beim Erstehungsdatum der Songs. Dabei handelt es sich um den Titeltrack. Das Hauptriff habe ich schon 2010 geschrieben. Jetzt hatte ich endlich die Möglichkeit, es zu verwenden. Deshalb liegt mir dieser Song besonders am Herzen. Auch weil in dem Song eigentlich alles vorkommt, was Heavy Metal, wie ich ihn liebe, ausmacht.

Wie ist das Feedback bis dato ausgefallen? Und lest ihr eigentlich regelmäßig Reviews?

Wir sind zufrieden mit dem Feedback. Natürlich gibt es auch Artikel, die es nicht so gut mit uns meinen. Man kann es halt nicht jedem recht machen. Das wollen wir auch gar nicht! Es ist ja auch unser erstes Album. Da haben wir noch Luft nach oben. Den meisten scheint es jedenfalls zu gefallen. Und ja wir lesen die Reviews. Gerade mit dem ersten Album ist es schon spannend, was andere Leute davon halten.

Auf welchen Festivals würdet ihr gerne einmal auftreten? Und welche Festivals besucht ihr als Fans selbst regelmäßig?

Zwei Fragen, eine Antwort. Bang Your Head. Das Bang Your Head besuche ich schon seit Jahren. 2008 war ich das erste Mal da. Ich denke, da würden wir musikalisch hervorragend dazu passen. Ansonsten würden wir eigentlich so gut wie überall spielen.

Mal angenommen ihr hättet ein großes Budget, um eure Live-Auftritte zu inszenieren: Wie würde ein Böllverk-Show in solch einem Fall aussehen?

Da würden wie bestimmt mit dem Feuer spielen und ein paar Pyros abfackeln… Aber generell bin ich der Meinung, dass eine anständige Bühnenshow natürlich dazu gehört, aber den musikalischen Teil nicht überbieten sollte. Man soll sehen, dass die Band Spaß hat. Das ist eine gute Show!

Arbeitet ihr eigentlich schon an neuem Material?

Ja! Das Songwriting endet eigentlich nie. Man weiß ja nicht, wann eine Idee kommt. Wenn einem was Neues einfällt, wird dies in irgendeiner Weise festgehalten und es wird beizeiten daran gearbeitet.

Eine Standardfrage bei uns: Welche fünf Alben würdet ihr auf die berüchtigte einsame Insel mitnehmen, um sie für den Rest eures Lebens zu hören?

Puh 5 sind wenig. Aber ich probiere es.

  • Black Sabbath – Heaven And Hell
  • Judas Priest – Screaming For Vengeance
  • Rainbow – Rising
  • Grave Digger – Tunes Of War
  • Accept – Breaker

Letzte Frage: Welcher Metal-Song hat deiner Meinung nach ganz besonders gelungene Lyrics, die jeder einmal aufmerksam lesen sollte?

Oh. Texte sind bei mir eher zweitrangig. Die Musik kommt zuerst. Aber ich bin ein großer Fan von Dio, der es packt, mit wenigen Worten komplette Bilder im Kopf entstehen zu lassen.

Raphi, ich bedanke mich für diese Einblicke und wünsche euch alles Gute für die Zukunft! Vielleicht sieht man sich ja demnächst mal live.

Böllverk on Bandcamp.

We are always happy when we can present young bands to you who are at the beginning of their career. Today, the focus is on the German heavy metal band Böllverk. Their guitarist Raphi answered our questions.

André: First of all, thank you very much for taking the time for our blog. To start with, a question beyond music: Let’s say I’m in Aschaffenburg for the first time. What should I visit there?

Raphi: Hi. I’d love to. You should take a look at Johannisburg Castle. A visit to Dalberg, with its high concentration of pubs, can’t hurt either [laughs].

And how is the local metal scene in general? Are there any exciting bands to discover?

We are lucky that there are still some gig opportunities in Aschaffenburg and the surrounding area. Frankfurt and Würzburg are also easy to reach. Accordingly, there are a few bands to discover here. For example Pulver, also a heavy metal band, or Tigercace, a punk rock band with hard rock influences. In addition, there are scene veterans like Pronther, Minotaurus or Cervet.

There are certainly a few readers who don’t know Böllverk yet. Please tell us something about your band history so far.

We started in 2018. That’s when we managed to complete our first line-up and write the first songs. 2019 saw the first gigs and the first studio session for the Let’s Ride Till Dawn EP. Then came Corona… During this time we shrunk a bit. It was just Zahn and me. Fortunately, we found new comrades-in-arms quite quickly in Angelo, Tim and Svenja. With them we went back into the studio. And Heading For The Crown was born. The album is available since April, it is possible to play live again, we are ready for more [laughs].

How would you classify yourselves stylistically?

Heavy Metal.

In April, as you just said, your first full-length, Heading for the Crown, was released. When did you write the first songs for this record? And how do Böllverk songs actually come about – is it teamwork, or is there someone in your band who is clearly in charge?

It varies. “Let’s Ride Till Dawn“ is older. It was already on the EP of the same name. You could also call it the beginning of Böllverk. “Someday We Will Die“ was also on the EP. The rest of the songs were written in the last 2 years. “Ask The Angel, Listen To The Devil“ was the last song that was added. Most of the time it starts with an idea of mine (that can be a single riff to a complete song). If the others like the idea, we work on the song together. Of course, everyone is allowed to contribute their own ideas. Then they work on it in the same way.

Is there a song on the album that is particularly close to your heart?

There is one exception when it comes to the first date of the songs. This is the title track. I wrote the main riff back in 2010. Now I finally had the chance to use it. That’s why this song is especially close to my heart. Also because the song contains everything that makes up heavy metal as I love it.

How has the feedback been so far? And do you read reviews regularly?

We are satisfied with the feedback. Of course there are also opinions that don’t mean it so well with us. You just can’t please everyone. And we don’t want to! After all, it’s our first album. We still have room for improvement. Most people seem to like it. And yes, we read the reviews. Especially with the first album, it’s exciting to see what other people think of it.

Which festivals would you like to play at? And as fans, which festivals do you visit regularly?

Two questions, one answer. Bang Your Head. I’ve been going to Bang Your Head for years. I was there for the first time in 2008. I think musically we would fit in very well. Apart from that, we would play just about anywhere.

Let’s say you had a big budget to stage your live shows: What would a Böllverk show look like in such a case?

We would definitely play with fire and set off some pyros… But in general I think that a decent stage show is of course part of it, but it shouldn’t outdo the musical part. You should see that the band is having fun. That’s a good show!

Are you already working on new material?

Yes! The songwriting never ends. You don’t know when an idea will come. If something new comes to mind, it is recorded in some way and we work on it in time.

A standard question asked by us: Which five albums would you take with you to the infamous desert island to listen to for the rest of your life?

Phew, five is not much. But I’ll give it a try.

  • Black SabbathHeaven And Hell
  • Judas Priest Screaming For Vengeance
  • RainbowRising
  • Grave DiggerTunes Of War
  • Accept Breaker

Last question: In your opinion, which metal song has particularly good lyrics that everyone should read carefully?

Oh, lyrics are rather secondary for me. The music comes first. But I’m a big fan of Dio, who manages to create complete images in your head with just a few words.

Raphi, thank you for these insights and I wish you all the best for the future! Maybe we’ll see each other live soon.

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