Interview: Fabula Rasa

English version below

Heute widmen wir uns mal einem Genre, das auf unserem Blog eher selten beleuchtet wird: Power Folk! Ihr könnt euch darunter nichts vorstellen? Dann lest euch am besten mal das unten stehende Interview durch, das wir mit Fabula Rasa aus Düsseldorf geführt haben. Viel Spaß dabei!

Danke, dass ihr euch Zeit für unseren Blog nehmt. Am 1. April haben mein Kollege Aidan und ich euch als Opener beim Mead & Greed Festival gesehen. Wie habt ihr diesen Auftritt und das Festival erlebt?

Es war wie immer wunderbar. Wir sind jedes Jahr sowieso immer als Gäste vor Ort und gönnen uns das absolut stimmige Lineup. Diesmal erneut als Opener als Ersatz für Tales Of Ratatösk. Trotz aller guten Stimmung war es dieses Jahr ja leider so, dass Corona so gar keinen Bock hatte, das Festival in Ruhe zu lassen. Das war im Oktober letzten Jahres anders und man hat das schon irgendwie gemerkt. Dazu kam dann noch ein bisschen Trouble mit den Headlinern, was leider äußerst schade war.

Besonders gefreut habe ich mich über eure Version des großartigen “The Clansman“. Aidan erzählte mir, dass ihr 2021 beim Mead & Greed Festival “Valhalla“ von Blind Guardian gespielt habt. Nach welchen Kriterien wählt ihr eure Cover-Songs aus?

Wir haben tatsächlich einige Kriterien, nach denen wir bewusst die Coversongs auswählen. Zum einen wollen wir nicht zu viel Vorbereitungszeit für einen Coversong aufbringen, da wir diese lieber für eigene Songs nutzen. Zum anderen soll der Song aber auch die Menge aufheizen und zur Bewegung animieren. Das tut er unserer Meinung nach dann am besten, wenn er gut mitsingbar ist, auch wenn man ihn nicht kennt und wenn er ordentlich Drive hat. Wichtig ist uns aber auch, das wir nicht die üblichen 08/15 Schinken covern. “2 Minutes to Midnight“, “Fear of the Dark“ und Co. von Maiden waren deshalb raus.

Vanaheim haben Aidan und mich richtig umgehauen. Habt ihr euch deren Auftritt auch angeschaut?

Das haben wir und wir denken, dass sie all das Lob, das man so im Social Media mitbekommen hat, redlich verdient haben. Absolut überzeugende Performance und maximalst sympatische Band.

Kommen wir zurück zu euch: Fabula Rasa gibt es noch gar nicht so lange. Könntet ihr unseren Lesern ein bisschen etwas zur Bandgeschichte, inklusive Entstehung, erzählen?

Da kann man natürlich weit ausholen. Die Kurzfassung muss aber reichen: Fabula Rasa wurde bereits 2016 gegründet und startete mit unserem Drummer Didi, dem Gitarristen Gerrit und unserem einstigen Sänger Jan. Es hat tatsächlich relativ lang gedauert, bis wir dann weitere Musiker dazuholen konnten, obwohl etliches Songmaterial bereits vorhanden war und nur darauf wartete, Leben eingehaucht zu bekommen. Bis wir die heutige Besetzung vollständig hatten, gab es noch mehrere Musikerwechsel. Anfang 2019 war es dann aber so weit, dass die Band das erste Mal vollständig war. Kurz hintereinander kamen Lucia an der Violine, Pedro an der Gitarre, Daniel am Bass und Achim am Gesang dazu und auf einmal hatte man das Gefühl, man könnte sofort mit Gigs loslegen. Wir haben die Zeit bis Ende 2019 dann aber noch genutzt, um direkt eine erste EP zu recorden, bevor es dann mit dem ersten Gig losging. Mitte 2020 hat uns Pedro dann verlassen müssen und wurde letztes Jahr kurz vor dem Mead & Greed durch Luca ersetzt, der sage und schreibe zwei Proben hatte, um alle Songs vorzubereiten. Respekt dafür! Außerdem war das Mead & Greed im Oktober letzten Jahres dann auch leider das letzte Konzert mit Gerrit. Für ihn suchen wir aktuell noch Ersatz, aber eventuell bleiben wir auch in Zukunft zu fünft. Das wird sich aber noch zeigen. Aktuell freuen wir uns aber auch viele weitere Gigs und lassen uns von der Lücke an der Gitarre nicht aufhalten.

Ihr bezeichnet eure Musik selbst als Power Folk. Aber gehen wir mal etwas in die Tiefe: Was macht Fabula Rasa stilistisch aus? Was ist typisch für euren Sound?

Ich denke, typisch für unseren Sound ist, dass wir irgendwie eine Mischung aus verschiedenen Stilen gemacht haben. Das ist bei sehr vielen Bands der Fall, aber für uns kam durch Achim ein Einfluss am Gesang dazu, der uns noch einmal in eine ganz andere Richtung geschoben hat. Außerdem haben wir durch Lucias Violine und durch die Einflüsse von Power Metal und Folk Metal angefangen, unsere Songs auf eine Art zu schreiben, die sich nun immer weiter trägt. Typisch für unseren Sound sind definitiv die präsenten Melodien auf der Violine, die wir sehr gerne mit E-Gitarre mischen, der klare Power Metal-Gesang und definitiv der Abwechslungsreichtum, der dadurch zustande kommt, dass bei uns einfach jeder sich am Songwriting beteiligt.

Welche Bands haben euch am meisten beeinflusst? Und welche Alben aus “eurem“ Genre mögt ihr am meisten?

Ganz stark beeinflusst haben uns auf jede Fall Wintersun, Korpiklaani, Finntroll, Ensiferum, Eluveitie, Manegarm und natürlich auch viele mehr. Einige Einflüsse lassen sich bestimmt in unseren Songs heraushören. Besonders Alben wie das erste von Wintersun, die frühen wie auch die neueren Ensiferum, insbesondere aber Spirit und Slania von Eluveitie sind quasi dauerhaft in unseren Playlists. Meist mischt sich das auch noch mit Dragonforce und Konsorten.

Bislang habt ihr eine EP herausgegeben. Wie ist Through The Molten Eye eigentlich angekommen? Und in welchen Ländern jenseits von Deutschland war das Interesse am größten?

Die EP ist enorm gut angekommen, soweit wir das beurteilen können. Viele unserer Freunde und Bekannten hatten damals ja schon länger darauf gewartet, aber auch bei den Konzerten, wo wir so niemanden kannten, sind die Songs gut angekommen. Die EP entstand komplett in Eigenregie bei uns im Proberaum und wurde von unserem Drummer gemixt. Das wird mit äußerst großer Wahrscheinlichkeit auch bei unserem zukünftigen Album passieren. Dann aber mit mehr Skills und Know-How und somit auch besserem Sound. Außerhalb von Deutschland war das Interesse vor allem in Polen und Russland größer. Warum auch immer. Aber auch in der portugisischen und spanischen Ecke konnten sich die Songs behaupten. Mittlerweile haben sich noch Japan und Amerika beigemischt, dies aber nur zu kleinen Teilen.

Arbeitet ihr derzeit an neuen Fabula Rasa-Songs? Und, falls ja, werden sich diese Songs stilistisch ein wenig vom älteren Material unterscheiden?

Aktuell stehen weitere fünf Songs auf unserer Tafel im Proberaum, die in nächster Zeit fertiggestellt werden wollen. Der aufmerksame Hörer wird sicherlich auch gemerkt haben, dass wir bei den letzten Konzerten auch fast nur “neue“ Songs gespielt haben. Die Songs der EP mischen wir natürlich immer noch in unsere Setlisten, aber das wird immer weniger. Ja, ein Album wird kommen. Stilistisch tut sich auf jeden Fall einiges bei uns, aber insgesamt wird man uns mit höchster Wahrscheinlichkeit wiedererkennen. Der Fokus wird etwas mehr auf die Violine gelegt, aber der Gesamteindruck wird erhalten bleiben.

Wie entstehen Fabula Rasa-Songs? Ist das Teamwork? Oder gibt es einen Songwriter, der im Kern für alles verantwortlich ist?

Unsere Songs entstehen in einem ersten Schritt zunächst einmal aus einer Hand. Jeder von uns schreibt gerne Songs und so kommen die verschiedenen Songs tatsächlich auch von allen Mitgliedern. So gibt es immer einen Hauptsongwriter, der die erste skizzierte Komposition vorbringt und dann wird die Runde für alle geöffnet, sodass sich jeder mit Ideen einbringen und dem Song Leben verleihen kann. Das funktioniert für uns so gut, dass wir eigentlich nie Ruhephasen im Songwriting haben. Wichtig ist bei uns auch, dass das Songwriting nicht während der Proben geschieht, sondern irgendwo dazwischen.

Auf welchen Festivals würdet ihr in der Zukunft gerne einmal auftreten?

Auf welchen Festivals wir spielen wollen? Na, auf allen! Wunderbar wäre es natürlich irgendwann mal in Wacken oder auf dem Summer Breeze auf der Bühne stehen zu können, aber auch geile Festivals wie die MetalDays oder 70000 Tons of Metal wären äußerst cool. Realistisch sind vermutlich aber zunächst einmal kleinere Festivals. A Chance For Metal, Dong oder Rage Against Racism.

Das Jahr 2022 ist noch recht jung. Aber gab es bereits Releases, die euch ganz besonders begeistern konnten?

Für dieses Jahr haben wir tatsächlich alle noch nicht so dieses eine Album gehört, dass uns maximalst vom Hocker gehauen hat. Ich denke, da müssen wir noch ein bisschen warten, bis wir darauf eine gute Antwort geben können.

Letzte Frage: In welchem Land würdet ihr gerne einmal ein Jahr lang leben?

Davon gibt es sicherlich sehr viele. Vor allem aber scheint bei uns der Konsens zu sein, dass es gerne etwas entspannter zugehen kann und nicht so sehr überbevölkert sein sollte. Neuseeland soll sehr schön sein und Australien ist sicherlich auch mal einen Trip wert.

Davon bin ich überzeugt. Wir danken euch für das Gespräch und freuen uns bereits auf das angekündigte Album!

Today we dedicate ourselves to a genre that is rarely highlighted on our blog: Power Folk! You can’t imagine what that means? Then read the interview below that we did with Fabula Rasa from Düsseldorf. Have fun with it!

Thank you for taking the time to read our blog. On 1 April, my colleague Aidan and I saw you as openers at the Mead & Greed Festival. What was your experience of the gig and the festival?

It was wonderful, as always. We’re always there every year as guests anyway and treat ourselves to the absolutely coherent lineup. This time again as opener as substitute for Tales Of Ratatösk. Despite all the good vibes, this year Corona didn’t really want to leave the festival alone. That was different in October last year and you could feel it somehow. On top of that, there was a bit of trouble with the headliners, which was a shame.

I was especially happy about your version of the great “The Clansman“. Aidan told me that you played “Valhalla“ by Blind Guardian at the Mead & Greed Festival in 2021. What criteria do you use to choose your cover songs?

We actually have some criteria that we consciously use to choose cover songs. On the one hand, we don’t want to spend too much preparation time on a cover song, because we prefer to use it for our own songs. On the other hand, the song should also heat up the crowd and encourage them to move. In our opinion, it does this best when it is easy to sing along to, even if you don’t know it, and when it has a good drive. But it is also important to us that we don’t cover the usual 08/15 songs. “2 Minutes to Midnight“, “Fear of the Dark“ and Co. by Maiden were therefore out.

Vanaheim really blew Aidan and me away. Did you watch their gig as well?

We did and we think that they really deserve all the praise that we have heard on social media. Absolutely convincing performance and a very likeable band.

Let’s get back to you: Fabula Rasa hasn’t been around that long. Could you tell our readers a bit about the band’s history?

Of course, you can go on and on. But the short version will have to suffice: Fabula Rasa was founded in 2016 and started with our drummer Didi, the guitarist Gerrit and our former singer Jan. It actually took quite a long time until we were able to bring in more musicians, although a lot of song material was already available and just waiting to be breathed into life. Until we had the current line-up complete, there were several changes of musicians. But at the beginning of 2019, the band was complete for the first time. Lucia on violin, Pedro on guitar, Daniel on bass and Achim on vocals joined in quick succession and all of a sudden it felt like we could start gigging right away. We used the time until the end of 2019 to record our first EP before we started with the first gig. In the middle of 2020 Pedro had to leave us and was replaced by Luca last year shortly before the Mead & Greed, who had no less than two rehearsals to prepare all the songs. Respect for that! In addition, the Mead & Greed in October last year was unfortunately the last concert with Gerrit. We’re still looking for a replacement for him, but maybe we’ll stay five in the future. That remains to be seen. But at the moment we are looking forward to many more gigs and don’t let the gap on the guitar stop us.

You describe your music as power folk. But let’s go a bit deeper: What makes Fabula Rasa stylistically? What is typical for your sound?

I think typical for our sound is that we somehow made a mixture of different styles. That’s the case with a lot of bands, but for us, Achim added a vocal influence that pushed us in a completely different direction. Also, through Lucia’s violin and through the influences of power metal and folk metal, we started to write our songs in a way that now carries on and on. Typical for our sound are definitely the present melodies on the violin, which we like to mix with electric guitar, the clear power metal vocals and definitely the variety, which comes from the fact that everybody is involved in the songwriting.

Which bands have influenced you the most? And which albums from “your“ genre do you like the most?

Wintersun, Korpiklaani, Finntroll, Ensiferum, Eluveitie, Manegarm and of course many more have influenced us a lot. Some influences can definitely be heard in our songs. Especially albums like the first one by Wintersun, the early as well as the newer Ensiferum, but especially Spirit and Slania by Eluveitie are almost permanently in our playlists. Most of the time it’s also mixed with Dragonforce and the like.

So far you have released one EP. How has Through The Molten Eye actually been received? And in which countries outside of Germany was the interest the greatest?

The EP was very well received, as far as we can tell. Many of our friends and acquaintances had been waiting for it for a while, but even at the concerts, where we didn’t know anyone, the songs were well received. The EP was completely self-made in our rehearsal room and mixed by our drummer. It’s very likely that this will also happen with our future album. But then with more skills and know-how and thus a better sound. Outside of Germany, the interest was greater especially in Poland and Russia. For whatever reason. But also in the Portuguese and Spanish corner the songs could hold their own. In the meantime, Japan and America have joined in, but only in small parts.

Are you currently working on new Fabula Rasa songs? And, if so, will these songs be stylistically a little different from the older material?

At the moment there are five more songs on our blackboard in the rehearsal room, which we want to finish in the near future. The attentive listener will certainly have noticed that we played almost only “new“ songs at the last concerts. Of course, we still mix the songs from the EP into our set lists, but that is becoming less and less. Yes, an album is coming. Stylistically, things are definitely changing for us, but overall we will most likely be recognised. The focus will be a bit more on the violin, but the overall impression will remain.

How do Fabula Rasa songs come about? Is it teamwork? Or is there one songwriter who is responsible for everything at the core?

First of all, our songs are created by one person. Each of us likes to write songs and so the different songs actually come from all the members. So there is always one main songwriter who comes up with the first outlined composition and then the round is opened up to everyone so that everyone can contribute ideas and give life to the song. This works so well for us that we never actually have any rest periods in the songwriting. It’s also important for us that songwriting doesn’t happen during rehearsals, but somewhere in between.

Which festivals would you like to play in the future?

Which festivals would we like to play at? Well, all of them! Of course it would be great to play Wacken or Summer Breeze one day, but also great festivals like the MetalDays or 70000 Tons of Metal would be very cool. But smaller festivals are probably realistic at first. A Chance For Metal, Dong or Rage Against Racism.

The year 2022 is still quite young. But have there already been any releases that particularly excited you?

For this year, we haven’t really heard that one album that really blew us away. I think we’ll have to wait a bit longer before we can give a good answer to that.

Last question: In which country would you like to live for a year?

There are certainly a lot of them. But above all, the consensus seems to be that we would like it to be a bit more relaxed and not so overpopulated. New Zealand is supposed to be very beautiful and Australia is certainly worth a trip.

I am convinced of that. We thank you for the interview and are already looking forward to the announced album!

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