Live Report: KIT Rising II

English version below

Text: Anna Loppacher; Pics: Igor Jakobsen

Für Igor und mich war das KIT Rising II das erste post-Corona-Festival. Es war toll, endlich wieder mal an einem Festival zu sein. Der Freitag startete nach einem langen Vormittag und einer reibungslosen Zugreise, auf der wir einen KIT-Gänger trafen, der sogar aus Brasilien angereist war – hier konnten wir uns also über die Flugreise Tromsø-Oslo-Frankfurt überhaupt nicht beklagen – stark: Witch Cross war ein würdiger Anfang eines durchaus gelungenen, und zuweilen zu Euphorie veranlassenden Wochenendes. Wir kamen sofort in Festival-Stimmung. Nur wenig später kamen wir dann auch schon in den Genuss von Mythra, es machte echt Spass, die Band, deren CDs wir schon länger immer wieder hörten, auch mal live zu sehen.

Mythra

Für uns war das definitive Highlight am Freitag Saracen. Als diese britischen Legenden angesagt wurden, haben wir es uns nicht zweimal überlegt und sofort Billette gekauft. Entsprechend gross war die Erwartung. Und wie Igor (lose übersetzt) sagte: Hier ging’s gleich voll los. Steve Bettneys gewaltiges Kopfstimmen-Intro auf „Crusader“ nahm einem gleich mal den Atem. Um seine Stimme braucht man sich wirklich auch in seinem Alter keine Sorgen zu machen. Das ganze Konzert war einfach wunderbar. Für Anna als Tastenspielerin und -enthusiastin war es natürlich ein riesiges Plus, dass bei Saracen auch live die Keyboards eine prominente Rolle haben. Die Auswahl der Songs, die Solos, die Bühnenpräsenz, einfach alles hat gestimmt!

Auch der Samstag startete stark. Konquest kannten wir ausserhalb dessen, was über sie auf dem Epic Metal Blog steht, noch nicht. Doch da musste nicht viel Überzeugungsarbeit her, nach einem halben Lied waren wir uns schon einig, dass da auch sofort eine CD gekauft werden muss. Das ganze Konzert war schlicht eine Freude, und wir sind schon gespannt aufs nächste Mal! Nach Konquest ging es keineswegs abwärts. Nur wenig später konnten wir schon begeistert Wytch Hazel zuhören. Dieses Mal war auch der Bassist dabei und die Band freute sich sichtbar, auf der Bühne zu stehen. Gleich danach machte Demon Pact einen äusserst positiven Ersteindruck. Wir hatten noch nie zuvor was von der Band gehört, doch auch da sind wir sofort an den Merch-Stand gerannt.

Blitzkrieg kennen und mögen wir schon länger, desto mehr freute uns deren rundum gelungenes Konzert. Auch hier machte nicht nur die Musik, sondern der Gesamteindruck den Genuss aus. Den Bandmitgliedern schien der Auftritt so richtig Spass zu machen, was natürlich ansteckend ist. Persönlich mag ich auch Brian Ross’ lockeren Stil, der nicht in Blödeleien übergeht, welche dann das Musikerlebnis beeinträchtigen. Auch aus politischem Engagement, z.B. gegen die Fuchsjagd, macht er kein Geheimnis, was absolut löblich ist – ich sag ja immer, dass Metal wie so viel anderes nicht apolitisch sein kann. Am Sonntag, als Ross mit Satan auf der Bühne stand, hätte ich mir doch gewünscht, dass sein politisches Engagement auch Feminismus miteinbeziehen würde, doch nein. Vielleicht nächstes Mal?

Blitzkrieg

Doch zurück zum Samstag, denn der war bei Weitem nicht fertig nach Blitzkrieg. Quartz und Tygers of Pan Tang zogen auch sofortige Besuche beim Merch-Tisch nach sich. Zuweilen gibt es Bands, deren Musik man sich immer wieder mal anhört, und nie wirklich „zündet“. Dann hört man sie mal live und ist augenblicklich völlig in ihren Bann gezogen. Besonders Tygers of Pan Tang sind ein klarer Kandidat diesbezüglich. Ein tolles Konzert!

Tygers of Pan Tang

Der klare Höhepunkt des Tages war Saxon. Die Herren sind so perfekt eingeübt mit ihrer ganzen Bühnenpräsenz, dass man einfach nur staunt. Biffs Witzeleien zwischen den Songs wiederholen sich kaum (ja, ich habe Saxon schon öfter live gesehen und bis jetzt hat Biff nur zweimal die Setliste gegessen). Doch das Wichtigste ist natürlich die Musik, und hach was für eine Freude. Ich bin kein Topfan des Carpe Diem-Albums, deswegen war ich begeistert, dass viel Altes gespielt wurde. Zuweilen durfte man auch wählen. Es war toll, sogar was von Destiny zu hören, jedoch mit neuerem Sound. Sonst waren viele heiss geliebte Hits dabei, ohne dass es vorabsehbar war. Ich freue mich immer, wenn die Band „Strong Arm of the Law“ spielt, dieses Mal hatte ich Glück. „747“ ist natürlich ein Muss. Auf meinem Patch-Shirt prangt der Lionheart-Patch stolz und prominent auf der Schulter-Rückenpartie. Deswegen hoffe und bange ich jedes Mal, dass sie doch bitte bitte „Witchfinder General“ spielen würden. Dies habe ich leider bis jetzt noch nie erlebt – als Lionheart rauskam, war ich 14, wusste noch nichts von Saxon und habe entsprechend auch die Tour nicht mitgekriegt. Unabhängig davon war Saxon eine äusserst würdige Krönung des Abends und wir begaben uns zufrieden in die regnerische Würzburger Nacht hinaus.

Saxon

Am Sonntag würde ich sagen, dass die Höhepunkte zu Beginn des Tages zu finden waren. Iron Fate hat uns schlicht umgehauen. Wir kannten die Band nicht, mochten was wir Samstag nachts kurz auf Youtube hörten und dann dieses Konzert: die Stimme! Die Soli! Die Melodien! Alles war dabei und vom Enthusiasmus der Bandmitglieder wurde man schnell angesteckt. Am Merch-Tisch hatten wir echt Glück, und ergatterten das absolut letzte Exemplar einer ihrer CDs! Die wird jetzt fleissig gehört.

Iron Fate

Auch Cloven Hoof hat uns beeindruckt, vielfältige Old School-Musik ist super, und gerade bei älteren Bands ist es immer schön zu sehen, wenn jüngere Mitglieder dazukommen, ohne dass dabei die Eigenart der Band abhandenkommt. Einen extra Daumen rauf für das Live-Keyboard, auch wenn es nicht superprominent war!

Cloven Hoof

Riot V war für uns ein würdiger Abschluss eines Festivals, dass uns grösstenteils riesigen Spass machte. Todd Halls Stimme beeindruckte massiv – es fasziniert mich immer, wenn Männer ihre Stimme in Lagen raufpressen, die ich bei bestem Willen nicht erreiche – und auch die Gitarrenarbeit war solide, inklusive einiger wunderbarer Soli.

Abschliessend kann ich sagen, dass es grossartig war, nach längerer Corona-bedingter Konzertdürre endlich wieder an einem Festival zu sein. KIT Rising II war ein gelungenes Wochenende und wir freuen uns schon auf das nächste Mal in Würzburg, ob es nun KIT Rising oder Hammer of Doom oder was anderes ist!

For Igor and me, KIT Rising II was the first post-Corona festival. It was great to finally be at a festival again. Friday started strong after a long morning and a smooth train journey, where we met a KIT-goer who had even travelled from Brazil – so here we couldn’t complain at all about the Tromsø-Oslo-Frankfurt flight: Witch Cross was a worthy start to a thoroughly successful, and at times euphoria-inducing weekend. We immediately got into the festival mood. Only a little later we were able to enjoy Mythra, it was really fun to see the band live, whose CDs we had been listening to for a long time.

For us, the definite highlight on Friday was Saracen. When these British legends were announced, we didn’t think twice and bought tickets immediately. The expectation was accordingly great. And as Igor said: Here it started right away. Steve Bettney’s great head voice intro on “Crusader“ took your breath away from the start You really don’t have to worry about his voice, even at his age. The whole concert was simply wonderful. For Anna as a keyboard player and enthusiast, it was of course a huge plus that the keyboards also have a prominent role live with Saracen. The choice of songs, the solos, the stage presence, everything was just right!

Saturday also started strong. We didn’t know Konquest yet outside of what is written about them on the Epic Metal Blog. But we didn’t need much convincing, after half a song we already agreed that we had to buy a CD immediately. The whole concert was simply a joy, and we are already looking forward to the next time! After Konquest, things did not go downhill at all. Only a short time later, we were able to listen enthusiastically to Wytch Hazel. This time the bass player was also there and the band was visibly happy to be on stage. Right after that, Demon Pact made an extremely positive first impression. We had never heard of the band before, but there too we immediately ran to the merch stand.

We have known and liked Blitzkrieg for a long time, so we were all the more pleased with their all-round successful concert. Here, too, it was not only the music but the overall impression that made it enjoyable. The band members seemed to really enjoy the gig, which is of course contagious. Personally, I also like Brian Ross‘ easy-going style, which doesn’t devolve into idiocy, which then detracts from the musical experience. He also makes no secret of his political commitment, e.g. against fox hunting, which is absolutely commendable – I always say that metal, like so many other things, cannot be apolitical. On Sunday, when Ross was on stage with Satan, I would have liked his political commitment to include feminism, but no. Maybe next time? Maybe next time?

But back to Saturday, because it was far from finished after Blitzkrieg. Quartz and Tygers of Pan Tang also drew immediate visits to the merch table. Sometimes there are bands whose music you listen to over and over again and never really “catches on“. Then you hear them live and are immediately completely under their spell. Tygers of Pan Tang in particular are a clear candidate in this respect. A great concert!

The clear highlight of the day was Saxon. The gentlemen are so perfectly rehearsed with their whole stage presence that you are just amazed. Biff’s quips between songs are hardly repeated (yes, I’ve seen Saxon live before and so far Biff has only eaten the set list twice). But the most important thing is of course the music, and oh what a joy. I’m not a top fan of the Carpe Diem album, so I was thrilled that a lot of old stuff was played. Sometimes you were also allowed to choose. It was great to even hear some Destiny, but with a newer sound. Otherwise, there were a lot of beloved hits, without it being foreseeable. I’m always happy when the band plays “Strong Arm of the Law“, this time I was lucky. “747“ is of course a must. On my patch shirt, the Lionheart patch is proudly and prominently emblazoned on the back of the shoulder. That’s why I hope and fear every time that they would please play “Witchfinder General“. Unfortunately, I have never experienced this before – when Lionheart came out, I was 14, didn’t know anything about Saxon and therefore didn’t see the tour. Regardless of that, Saxon was an extremely worthy culmination of the evening and we went out into the rainy Würzburg night satisfied.

On Sunday, I would say that the highlights were to be found at the beginning of the day. Iron Fate simply blew us away. We didn’t know the band, liked what we heard briefly on Youtube on Saturday night and then this concert: the voice! The solos! The melodies! Everything was there and we were quickly infected by the enthusiasm of the band members. We were really lucky at the merch table and got the last copy of one of their CDs! We will now listen to it diligently.

Cloven Hoof also impressed us, diverse old school music is great, and especially with older bands, it’s always nice to see younger members joining in without losing the band’s distinctiveness. An extra thumbs up for the live keyboard, even if it wasn’t super-prominent!

For us, Riot V was a worthy conclusion to a festival that we mostly enjoyed immensely. Todd Hall’s voice was massively impressive – it always fascinates me when men push their voices up to registers that I can’t reach with the best will in the world – and the guitar work was solid too, including some wonderful solos.

In conclusion, I can say that it was great to finally be back at a festival after a long Corona-related concert drought. KIT Rising II was a successful weekend and we are already looking forward to the next time in Würzburg, whether it’s KIT Rising or Hammer of Doom or something else!

Ein Kommentar zu „Live Report: KIT Rising II

Kommentar verfassen