Helloween – Skyfall (Single Edit)

Release: 02.04.2021

I fell from the sky
So don’t ask me why
I’m feeling so down

Es ist gar nicht so einfach, sich beim neuen selbstbetitelten Helloween-Album, das am 18. Juni 2021 in den Orbit geschossen wird, einzig und allein auf die Musik zu beschränken. In zahlreichen Reviews dürfte in einigen Wochen erst einmal ein historischer Abriss folgen, ehe sich die Autoren dem Wesentlichen widmen. Bei der ersten Single-Auskopplung „Skyfall“, komponiert von Mr Kai Hansen himself, ist das nicht anders.

Auf diesem Blog stehe ich eher vor einer anderen Herausforderung: Auch wenn wir uns nicht nur mit Epic Metal befassen, gehört unser Herz dem Underground – dort sind wir zu Hause. Dass Helloween mit Underground so viel zu tun haben wie Schalke 04 mit Bundesliga-Fußball steht außer Frage. Nichtsdestotrotz hat „Skyfall“ seinen Platz bei uns Epikern verdient.

Eines vorweg: Wir haben es hier wohl mit dem besten Track der Kürbisköpfe seit Keeper of the Seven Keys Part II (1988) zu tun. Schon die eingangs nachzulesenden Einstiegsverse erzeugen bei mir eine wohlige Gänsehaut, die auch in den kommenden gut sieben Minuten des vorliegenden Single Edits – die Originalversion ist fast fünf Minuten länger (Schreikrampf!) – nicht abklingen mag. Woran liegt das? Insbesondere der „verlorene Sohn“ Michael Kiske singt göttlich. Ausrufezeichen! Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese melancholisch-erhabenen Gesangslinien irgendjemanden unberührt lassen, wenn sie von DIESER Stimme dargeboten werden. Klar, auch Andi Deris und Songwriter Kai Hansen machen einen prima Job, der in beiden Fällen das Etikett „unverzichtbar“ für die Gesamtatmosphäre verdient. Allerdings ist es aus meiner Perspektive der Mann, der sich einst (scheinbar) ultimativ von der Metalszene losgesagt hatte, der aus einer großartigen Nummer eine Hymne für die Ewigkeit macht.

Aber „Skyfall“ hat natürlich noch mehr als herausragende Vocals zu bieten: Das Riffing der Herren Hansen, Weikath sowie Gerstner sorgt im Zusammenspiel mit der beherzt zu Werke gehenden Rhythmusfraktion Grosskopf/Löble für die Grundhärte, nach der sich (fast) jeder Metalfan sehnt. Wer hier „cheesy“ schreit, sollte mal den Ohrenarzt seines Vertrauens aufsuchen… Die mitreißenden Leads gehören zweifellos zum Besten, das wir im Power Metal-Genre in den letzten Jahren gehört haben. Am Original in Bestform führt halt kein Weg vorbei.

„Skyfall“ ist von vorne bis hinten abwechslungsreich und weist trotz des Single Edits – eigentlich finde ich so etwas meist abscheulich – einen gelungenen Spannungsbogen auf, auch wenn das Ende etwas abrupt ist. Die gut sieben Minuten vergehen wie im Flug, und ich bin mir sicher, dass dies bei der Album-Version nicht anders sein wird. Epikern wird hier eine Menge geboten, zumindest denjenigen, die sich nach ausladenden, dramatischen Kompositionen und „larger than life“-Melodien sehnen, welche die Fantasie beflügeln (diesbezüglich braucht man eigentlich gar kein Video, das eigene Kopfkino ist bei solch einer Vorlage wohl kreativ genug).

Fazit: Helloween sind zurück! „Skyfall“ hat das Potenzial, mein Song des Jahres zu werden – trotz bärenstarker Konkurrenz von Scald und Servants to the Tide. Da warte ich mal die vollständige Fassung ab. Von nun an zähle ich unabhängig von solchen Gedanken die Tage bis zum ersten Full Length-Release in 7er-Besetzung. Ich bin mir sicher, nicht enttäuscht zu werden…

Ein Kommentar zu „Helloween – Skyfall (Single Edit)

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